Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI generiert

Gusseisen schweißen: Werkstoffe erkennen, Risse reparieren und typische Fehler vermeiden

Gusseisen schweißen

Gusseisen zu schweißen gilt als anspruchsvoll. Ursache dafür sind nicht besondere Schweißtechniken, sondern die Materialeigenschaften des Gusses selbst. Hoher Kohlenstoffgehalt, geringe Dehnbarkeit und oft jahrelange Verunreinigungen durch Öl oder Kühlmittel machen Reparaturen schwierig. Mit der richtigen Vorbereitung und Technik lassen sich jedoch viele Gussteile erfolgreich instand setzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gusseisen neigt aufgrund seines hohen Kohlenstoffgehalts zur Rissbildung.
  • Kaltschweißen mit Nickel-Eisen-Elektroden ist die Standardlösung für Werkstätten.
  • Kurze Nahtabschnitte, Hämmern und kontrolliertes Abkühlen sind entscheidend.
  • Öl und Verunreinigungen müssen vor dem Schweißen vollständig entfernt werden.
  • Hartlöten oder Kleben sind in vielen Fällen die bessere Reparaturmethode.
  • Nicht jedes Gussteil sollte geschweißt werden.

Warum Gusseisen schwierig zu schweißen ist

Hoher Kohlenstoffgehalt

Gusseisen enthält deutlich mehr Kohlenstoff als gewöhnlicher Stahl.

Beim Schweißen und anschließenden Abkühlen können dadurch entstehen:

  • Harte Gefügebereiche
  • Spröde Strukturen
  • Rissanfällige Wärmeeinflusszonen

Die Reparatur kann deshalb bereits beim Abkühlen wieder reißen.


Geringe Dehnbarkeit

Während sich Stahl unter Belastung noch leicht verformt, reagiert Gusseisen deutlich spröder.

Folge:

Entstehende Spannungen werden nicht durch Verformung abgebaut, sondern führen häufig direkt zu Rissen.


Verunreinigungen

Viele gebrauchte Gussteile sind durchtränkt mit:

  • Öl
  • Kraftstoff
  • Kühlmittel

Beim Erwärmen treten diese Stoffe aus dem Werkstoff aus.

Folgen:

  • Poren
  • Bindefehler
  • Schlechte Nahtqualität

Gussarten erkennen

Vor jeder Reparatur sollte der Werkstoff möglichst genau bestimmt werden.

Werkstoff Merkmale Schweißbarkeit
Grauguss (GJL) Dunkle, körnige Bruchfläche Bedingt schweißbar
Sphäroguss (GJS) Hellere und feinere Struktur Besser schweißbar
Temperguss Unterschiedlich je nach Sorte Bedingt schweißbar
Weißguss / Hartguss Helle, glänzende Bruchfläche Praktisch nicht schweißbar

Werkstoffbestimmung in der Werkstatt

Bruchbild prüfen

Grauguss besitzt typischerweise:

  • Graue Farbe
  • Körnige Struktur

Feilprobe

Merkmale von Grauguss:

  • Lässt sich relativ leicht feilen
  • Dunkler, pulveriger Span

Funkenprobe

Beim Schleifen entstehen:

Guss

  • Kurze Funken
  • Dunkelrote Farbe
  • Wenige Verzweigungen

Stahl

  • Helle Funken
  • Viele Verzweigungen

Schleifbild

Guss erzeugt einen dunklen, graphithaltigen Abrieb.


Die Vorbereitung: der wichtigste Arbeitsschritt

Viele Gussreparaturen scheitern nicht am Schweißen, sondern an einer schlechten Vorbereitung.


1. Riss vollständig erfassen

Risse verlaufen oft weiter als sichtbar.

Hilfsmittel:

  • Farbeindringprüfung
  • Anschleifen
  • Sichtkontrolle

2. Rissstopplöcher bohren

An jedem Rissende ein Loch setzen.

Dadurch:

  • Wird die Spannung reduziert
  • Stoppt das Weiterlaufen des Risses

Wichtig

Dies ist einer der wichtigsten Schritte der gesamten Reparatur.


3. Riss ausschleifen

Empfohlen:

U-Naht

Vorteile:

  • Weniger Schweißgut
  • Geringere Wärmeeinbringung

4. Öl ausbrennen

Ölhaltige Gussteile:

  • Mit Flamme vorsichtig erwärmen
  • Austretendes Öl entfernen
  • Anschließend gründlich reinigen

Wer diesen Schritt überspringt, produziert meist Poren und Bindefehler.


5. Gusshaut entfernen

Die harte Gussoberfläche sollte im Nahtbereich entfernt werden.


6. Bauteil spannungsfrei lagern

Nicht fest einspannen.

Das Bauteil muss sich während der Reparatur leicht bewegen können.


Kaltschweißen mit Nickel-Eisen

Das Kaltschweißen ist die gängigste Reparaturmethode in der Werkstatt.

Verwendet werden:

  • Nickel-Eisen-Elektroden
  • Nickelelektroden
  • Nickelzusätze für WIG
  • Nickel-Fülldraht

Vorteile von Nickelzusätzen

Das Schweißgut bleibt:

  • Relativ weich
  • Verformbar
  • Spannungsarm

Dadurch werden die Spannungen vom Schweißgut aufgenommen statt vom Guss.


Die richtige Schweißtechnik

Kurze Nahtabschnitte

Länge:

Etwa 30 bis 50 mm

Nicht länger.


Sofort hämmern

Direkt nach dem Schweißen:

  • Kugelhammer
  • Nadelentroster

verwenden.

Warum?

Das warme Schweißgut wird plastisch gestaucht und baut Schrumpfspannungen ab.


Abkühlen lassen

Nach jedem Abschnitt warten.

Faustregel:

Erst weiterschweißen, wenn die Stelle wieder handwarm ist.


Pilgerschrittverfahren

Nicht Abschnitt für Abschnitt hintereinander schweißen.

Stattdessen:

  • Versetzt arbeiten
  • Wärmeeinbringung verteilen

Niedrige Stromstärke

Grundregel:

So wenig Wärme wie möglich.


Kurzer Lichtbogen

Dadurch wird die Aufmischung mit dem spröden Guss minimiert.


Warmschweißen

Beim Warmschweißen wird das gesamte Bauteil vorgewärmt.

Danach:

  1. Schweißen
  2. Langsames kontrolliertes Abkühlen

Vorteile

  • Artgleiche Reparatur
  • Sehr gute Bearbeitbarkeit
  • Hohe Qualität

Nachteile

  • Hoher Aufwand
  • Ofen oder große Vorwärmeinrichtung erforderlich
  • Kontrollierte Abkühlung notwendig

Für normale Werkstätten oft unpraktisch.


Oft sind andere Verfahren besser

Hartlöten

Für viele Graugussreparaturen eine hervorragende Lösung.

Vorteile:

  • Geringere Temperatur
  • Keine harte Wärmeeinflusszone
  • Weniger Spannungen

Besonders geeignet für:

  • Dichtende Reparaturen
  • Mäßig belastete Bauteile

Metallkleber

Geeignet für:

  • Gehäuse
  • Deckel
  • Wassermäntel
  • Nicht tragende Bereiche

Vorteile:

  • Keine Wärmeeinbringung
  • Einfache Anwendung

Verstiften

Bei großen Rissen nutzen Spezialbetriebe:

  • Gewindestifte
  • Schlosssysteme
  • Mechanische Verriegelungen

Vorteile:

  • Keine Wärmeeinbringung
  • Sehr hohe Stabilität

Austausch des Bauteils

Manchmal die wirtschaftlichste Lösung.

Insbesondere bei:

  • Motorblöcken
  • Lagergehäusen
  • Sicherheitsrelevanten Bauteilen

Wann sollte man nicht schweißen?

Eine Reparatur sollte kritisch geprüft werden bei:

  • Sicherheitsrelevanten Teilen
  • Tragenden Bauteilen
  • Rissen durch Lagerbohrungen
  • Weißguss und Hartguss
  • Druckbeaufschlagten Bauteilen
  • Stark belasteten Motor- oder Maschinenkomponenten

Häufige Fehler

Fehler Folge
Rissenden nicht angebohrt Riss wächst weiter
Zu lange Nähte Rissbildung und Aufhärtung
Naht nicht gehämmert Hohe Schrumpfspannungen
Keine Abkühlpausen Wärmestau
Öl nicht entfernt Poren und Bindefehler
Stahlelektroden verwendet Spröde und rissige Verbindung
Bauteil eingespannt Neue Risse neben der Naht
Zu hohe Stromstärke Zu starke Aufmischung und Versprödung

Häufige Fragen

Kann ich Guss mit normalen Elektroden schweißen?

Davon ist abzuraten.

Normale Stahlelektroden erzeugen meist:

  • Harte Strukturen
  • Risse
  • Spröde Nähte

Für Guss sollten Nickel-Eisen-Elektroden verwendet werden.


Warum muss die Naht gehämmert werden?

Das Hämmern baut Schrumpfspannungen ab.

Ohne diesen Schritt reißen viele Reparaturen bereits beim Abkühlen.


Woran erkenne ich Grauguss?

Typische Merkmale:

  • Graue Bruchfläche
  • Pulveriger Feilspan
  • Dunkler Schleifstaub

Ist eine Gussreparatur dauerhaft haltbar?

Bei:

  • Gut vorbereiteten Bauteilen
  • Mäßiger Belastung
  • Korrekter Ausführung

oft über viele Jahre.

Bei hoch belasteten Bereichen bleibt eine Reparatur jedoch meist ein Kompromiss.


Was ist mit einem gerissenen Motorblock?

Das hängt von Lage und Ursache des Risses ab.

Risse im Wassermantel lassen sich teilweise abdichten oder reparieren.

Risse durch tragende Bereiche, Lagergassen oder stark belastete Zonen sind häufig wirtschaftlich nicht sinnvoll reparierbar.


Passende Zusatzwerkstoffe

Nickel-Eisen-Elektroden, Nickelelektroden für WIG und MIG, Messinglote, Flussmittel sowie Ausrüstung zum Hartlöten gehören zur Standardausrüstung für die Gussreparatur.

Wenn du ein konkretes Gussteil reparieren möchtest, hilft oft bereits ein Foto der Schadstelle bei der Beurteilung. Wir beraten dich gerne aus Stuhr bei Bremen.

Zurück zum Blog

Autor

Dennis Haberland

Als Ansprechpartner für Fachhändler, Handwerksbetriebe und Industrieunternehmen setzt er sich intensiv mit Schweißgeräten, Schweißzubehör, Arbeitsschutz und den Anforderungen moderner Werkstätten auseinander.

LinkedIn:
Dennis Haberland auf LinkedIn